Wie Mercy es kurz vorher mit der Münze getan hatte, steckte er sowohl das kleine Päckchen sowie die Karte in die Tasche seine Paletots. Die Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Nicht einmal zehn Minuten waren vergangen in denen er einer kleinen Unachtsamkeit folgend einen neuen Auftrag bekommen hatte und wieder ganz allein auf dieser einsamen Ebene verweilte. Es war nur das dumpfe fast kaum wahrnehmbare Dröhnen der Highstreams aus den Uppersessions zusätzlich zum lethargischen Krachen einzelner Konstruktionsteile zu vernehmen. Immer noch unter der Lampe stehend richtete Mercy sein Blick nach oben, dort wo er wohl bald wieder sein würde. Die fallende Melancholie dieses Bereichs ausgedrückt durch einzelne herunterkommende Regentropfen, deren biologische Herkunft nicht zu bestimmen war, baten nicht nur dem Licht eine Möglichkeit sich drin zu spiegeln. Als hätte die Zeit für einen winzigen Augenblick aufgehört voran zu schreiten, fiel einer dieser in genauer Beobachtung Mercys von einem Vordach. In seiner Illusion frei schwebend schien es ihm, als könne er sich für einen Moment selbst in die Augen sehen, die so sehr nach Wärme schrieen. Es war sicherlich nichts Neues für ihn, doch die Realität so direkt zu spüren lies einen hellen Schmerz durch seinen Körper zucken. Geräuschlos schlug sie auf und verband sich mit dem nassen Boden. Weder ihr Aufschlagplatz noch ihr jetziger Verbleib waren noch nachvollziehbar. Scheinbar unbeeindruckt schritt er voran mit beiden Händen in den Taschen zielstrebig zu seinem Vehicle. Zu sehr konnte er sich gerade mit diesem einfachen Stück Wasser identifizieren. Zu sehr war er nun durchflutet von seinen eigenen Expressionen, dass er es noch lange hier ausgehalten hätte. Kopfschüttelnd doch seines Weges sicher, bahnte Mercy sich nun seinen Weg um zu fliehen – fliehen vor sich selbst.

Binat am 21.2.08 20:14

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